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Hochleistungshunde groer Rassen großziehen

Archivdokument IAMS COMPANY

Iams ist seit 1999 eine eingetragene Marke von The Procter & Gamble Company. Dieses Dokument ist ein Archivdokument, das in der Vergangenheit vom Unternehmen Iams Pet Food bzw. für die Produkte von Iams Pet Food verwendet wurde. Sämtliche enthaltenen Angaben im Kontext der Zeit oder Geographie der ursprünglichen Verwendung sind zu ersetzen, da sich die Umstände und die Produkte mittlerweile geändert haben können. Die Produkte und deren zugehörige Informationen gelten ausschließlich für die USA. Ohne Zustimmung von P&G ist die überlassung oder weitere Nutzung dieser Unterlagen nicht gestattet.


ERNÄHRUNG FÜR AUSSTELLUNGSHUNDE GROSSER RASSEN IM WACHSTUM

Martin Coffman, DVM
Research and Development Division
The Iams Company, Lewisburg, Ohio USA
Presented at the Iams Breeder' Symposium, 2002 - 2003 Edition

EINFÜHRUNG

Große Hunde gehören zu den beliebtesten Rassen weltweit. Während sich diese Popularität am neu erwachten Interesse an Jagdrassen, Schutzhunden und anderen Leistungstieren messen lässt, ist die Beliebtheit von größeren Rassen auch bei Hundeschauen zu beobachten.

Die Rassenunterscheidung lässt sich bis zur frühen Domestikation zurückverfolgen. Der Mensch hat bei früh domestizierten Caniden, die von Hyänen und Wölfen abstammten, bestimmte, für das Überleben des Menschen nützliche Merkmale erkannt. Vom Jagen bis zur Fährtensuche, vom Vorstehen vor Wild bis zur Bewachung des Lagers - man begann, Hunde für bestimmte Zwecke zu züchten. Jetzt, Jahrhunderte später, haben sich die Rassen zu eigenen Entitäten entwickelt, die diese frühen Einsatzgebiete widerspiegeln, selbst wenn ihre ursprüngliche Funktion durch den gesellschaftlichen Fortschritt mehr in den Hintergrund gerückt ist. Bei vielen der nützlichsten Rassen, die vom Menschen gezüchtet wurden, war eine große Körpergröße für die Erledigung der Aufgaben erforderlich. Der Wunsch, diese größeren Rassen und ihre funktionale Struktur zu erhalten, hat zu ihrer ungebrochenen Beliebtheit beigetragen.

Obwohl diese Popularität größerer Rassen verständlich ist, haben zwei Faktoren dafür gesorgt, dass die Anzahl an Welpen dieser großen Rassen, die aufgrund von Entwicklungsstörungen des Skeletts in Veterinärkliniken behandelt werden müssen, zugenommen hat. Zum einen haben Arbeits-, Sport- und Jagdhunde großer Rassen das Interesse neuer Besitzer geweckt, die teilweise noch unerfahren im Umgang mit Hunden sind. Professionelle Hundezüchter und -führer geben neuen Wettbewerbsteilnehmern häufig Ratschläge zu den Elementen eines Hundewettbewerbs, dennoch sorgt die Ernährung - insbesondere die speziellen Bedürfnisse von Welpen großer Rassen - bei vielen immer wieder für Verwirrung.

Zum anderen sind diese Rassen von Natur aus anfälliger für die Entwicklung von Skeletterkrankungen als kleine oder mittelgroße Rassen. Entwicklungsprobleme der Gelenke treten also bei den Welpen, die viele dieser neuen Wettbewerbsteilnehmer aussuchen, häufiger auf. Diese beiden Faktoren sowie der übermäßige Wunsch, den "größten Hund der Stadt" zu besitzen, tragen zur vermehrten Häufigkeit von Skelett- und Gelenkerkrankungen bei diesen größeren Hunden bei.

Abbildung. Abweichung der Wachstumsraten bei Welpen nach Rassengröße.

GRUNDLEGENDE ERNÄHRUNG FÜR WELPEN GROSSER RASSEN

Unerfahrene Hundebesitzer sind u. U. nicht vollständig mit den Untersuchungen zur Ernährung von Welpen großer Rassen vertraut. Zwar wurden die meisten Studien mit Deutschen Doggen-Welpen durchgeführt, jedoch lassen sich die Ergebnisse der Untersuchungen auf alle großen Rassen anwenden. Bei der Ernährung gelten alle Rassen, die ein Gewicht von mehr als 25 Kilogramm erreichen, als große Rassen.

Erkrankungen wie Osteochondrosen, Hüftgelenksdysplasie, Panosteitis und sogar hypertrophische Osteodystrophie werden von der Ernährung begünstigt,1,2 wobei auch die genetische Veranlagung, Traumata und Infektionen eine bedeutende Rolle spielen können. Panosteitis beispielsweise wird Annahmen zufolge von einer Kombination aus mehreren Faktoren verursacht, sie tritt jedoch hauptsächlich bei schnell wachsenden Langknochen auf. Wenn es gelingt, die Wachstumsrate dieser Knochen zu regulieren, kann die Häufigkeit von Panosteitis bei sich entwickelnden Welpen möglicherweise reduziert werden. Des Weiteren haben Forscher herausgefunden, dass eine erhöhte Kalzium-Supplementierung die Anreicherung von Kalzium in den Knochen beeinträchtigt und den knöchernen Aufbau verändern kann.3 Diese Änderungen wirken sich auf den Durchmesser des Nährstoffforamen im Knochen aus. Dabei handelt es sich um eine kleine Öffnung im Knochen, durch die Blutgefäße in die Markhöhle eindringen können. Dies führt zu einem verringerten Blutfluss, und Panosteitis kann entstehen. Beim Auftreten von Osteochondrosen, Hüftgelenksdysplasie und anderen Entwicklungskrankheiten der Knochen spielen durchgehend ähnliche Ernährungsfaktoren eine Rolle.

Die Nährstoffe, die in Bezug auf Skeletterkrankungen bei Welpen am ausführlichsten untersucht wurden, sind Kalzium, Kalorien und Eiweiß. Davon haben den Untersuchungen zufolge lediglich Kalzium und die Energiezufuhr eine verursachende Wirkung. Der Eiweißgehalt in der Nahrung wirkt sich nicht auf die Entwicklung von Skelettproblemen bei Hunden im Wachstum aus, sofern die Energiezufuhr überwacht wird.4 Welpen benötigen dagegen reguläre Eiweißmengen, um eine optimale Magermasse zu erreichen. Erhöhte Kalziumzufuhr über die Nahrung, entweder durch Supplementierung oder Überfütterung mit Fertigprodukten, kann die Ursache für viele dieser Krankheiten sein.5 Diese Zusammenhänge zwischen Ernährungsfaktoren und Skelettproblemen haben umfangreiche Studien zur Ernährung von größeren Rassen, insbesondere von Welpen großer Rassen, auf den Weg gebracht.6-10 In diesen Studien wurde gezeigt, dass falsches Füttern während der Wachstumsphase zu verschiedenen Skeletterkrankungen bei den Hunden führen kann.

Etwa 22 % der Hunde im Alter von unter einem Jahr sind von Entwicklungsproblemen der Knochen betroffen, und mehr als 90 % dieser Fälle werden von Ernährungsfaktoren beeinflusst.11 Zwei Ernährungsszenarios sind also entscheidende Faktoren bei der Auslösung diese Störungen: Ad-libitum-Fütterung eines Produkts (Produkt kann nach Belieben verzehrt werden), wodurch eine übermäßige Kalorienzufuhr entstehen kann, und Supplementierung mit Kalzium während der Wachstumsphase der Welpen. Entwicklungsstörungen der Knochen werden in der Regel mit dem schnellen Wachstum der Langknochen in Verbindung gebracht. Zu den bei Hunden am häufigsten auftretenden Störungen dieser Art gehören Hüftgelenksdysplasie (CHD), Osteochondrose und hypertrophische Osteodystrophie (HOD).

DIE ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN

Hüftgelenksdysplasie bei Hunden ist eine komplexe biomechanische Erkrankung des Hüftgelenks. In der Regel sind die Oberflächen der Hüftgelenkpfanne und die Oberfläche des Gelenkkopfs des Oberschenkelknochens nicht deckungsgleich. Dadurch entsteht Laxität (Lockerheit) im Gelenk, deren Ausmaß wiederum den Schweregrad der Erkrankung bestimmt. Gelenklaxität kann zu einer Umformung des Gelenks in Verbindung mit Arthritis führen. Die klinischen Anzeichen sind unterschiedlich: von schweren Lahmheitserscheinungen im frühen Alter bis zu einem völlig symptomfreien Leben. Hüftgelenksdysplasie wird von zahlreichen Faktoren verursacht. Von zentraler Bedeutung sind die genetischen Voraussetzungen sowie Gelenktraumata und andere Umweltfaktoren. Von diesen Umweltfaktoren spielen Ernährung und Wachstumsrate eine große Rolle, insbesondere im Alter von 3 bis 8 Monaten. Bei Welpen mit zu starker Gewichtszunahme treten in diesem Zeitraum häufiger schwerwiegende Veränderungen des Hüftgelenks und daraus resultierende degenerative Gelenkveränderungen auf als bei Welpen, die langsamer wachsen.1,9

Osteochondrosen, darunter die Osteochondrosis dissecans (OCD), sind durch winzige Störungen im Reifungsprozess des Knorpels gekennzeichnet. Zwar können diese Erkrankungen an verschiedenen Stellen des Skeletts auftreten, dennoch entstehen sie am häufigsten an der Schulter, am Kniegelenk, am Sprunggelenk und am Ellbogen. Osteochondrose kann zu akut entzündlichen Gelenk- oder degenerativen Gelenkerkrankungen unter Einbeziehung der Knorpeloberfläche führen. Osteochondrosis dissecans entsteht, wenn sich ein winziger Knorpellappen vom darunter liegenden Knochen löst, und der Knochen dadurch mit Gelenkflüssigkeit in Kontakt tritt. Während bei OCD zahlreiche Faktoren, wie Alter, Geschlecht und Rasse eine Rolle spielen, wurden der übermäßigen Gewichtszunahme und der Kalzium-Supplementierung aus ernährungswissenschaftlicher Sicht die größte Bedeutung zugemessen.12,13 Rassen, bei denen OCD häufig auftritt, sind Deutsche Dogge, Labrador Retriever, Neufundländer und Rottweiler.12

Hypertrophische Osteodystrophie tritt ebenfalls vorwiegend bei großen und sehr großen Rassen auf und ist durch übermäßige Knochenablagerungen und verzögerte Knochenresorption am distalen Radius, an der Elle und am Schienbein gekennzeichnet. Mit fortschreitender Erkrankung treten Weichteilschäden um die großen Knochenablagerungen auf. Schmerzen und Schwellungen in Verbindung mit Lahmheit und Fieber werden häufig beobachtet.

EMPFEHLUNGEN

Als Züchter sind wir im Idealfall mit den neuesten Forschungen vertraut, um Käufer von Welpen oder neue Teilnehmer bei Hundesportwettbewerben besser beraten zu können. Unter Berücksichtigung der neuesten Untersuchungen werden die folgenden Empfehlungen für Welpen großer Rassen gegeben (Tabelle):

  1. Fügen Sie der Nahrung kein zusätzliches Kalzium zu.
  2. Wählen Sie eine Nahrung mit mittlerem Kalziumgehalt.
  3. Wählen Sie eine Nahrung mit mittlerem Kaloriengehalt.
  4. Wählen Sie eine Nahrung mit standardmäßigem Eiweißgehalt.

WANN SOLL MIT DER HOCHLEISTUNGSFÜTTERUNG BEGONNEN WERDEN

Erfolgreiche Aussteller wissen, dass die Ernährung ein wichtiges Element bei der Vorbereitung eines Ausstellungshundes ist. Die Art der Nahrung, die der Ausstellungshund benötigt, um optimale Leistungen zu zeigen, kann sich von der optimalen Nahrung für Welpen großer Rassen unterscheiden. Es stellt sich also die Frage, wann mit der Fütterung der höheren Kalorienmenge, die in der Nahrung von Hochleistungshunden enthalten ist, begonnen und die Spezialnahrung für Welpen großer Rassen abgesetzt werden soll. Eine Welpenbesitzerin möchte beispielsweise einen 6 Monate alten Deutsch Drahthaar ausstellen und plant darüber hinaus die Teilnahme an Jagd- und Obedience-Wettbewerben. Das Training beginnt: Wann also sollte sie mit der Fütterung einer Nahrung beginnen, die für Hochleistungshunde geeignet ist?

Idealerweise erhalten Welpen bis zum Alter von mindestens 12 Monaten eine Nahrung, die speziell für große Rassen entwickelt wurde, da erst dann die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklungsstörung des Skeletts deutlich abnimmt. Da Hunde im Training jedoch einen höheren Energiebedarf haben, kann es ratsam sein, die Menge der Spezialnahrung für große Rassen im Zeitraum zwischen 6 und 12 Monaten zu erhöhen. Mit steigender Futtermenge erhöht sich jedoch auch die Kalziumzufuhr. Die Welpen müssen daher monatlich gründlich untersucht werden, um zu gewährleisten, dass das optimale Körpergewicht und die optimale Wachstumsrate aufrecht erhalten werden.

Tabelle. Übersicht über die Auswirkungen von Eiweiß, Energie und Kalzium auf die Skelettentwicklung und Ernährungsempfehlungen.

Jeder Fall muss wie dieser im Einzelnen untersucht werden, um ein gesundes Körpergewicht zu gewährleisten und das Risiko für Entwicklungsstörungen der Knochen und Gelenke zu minimieren. Im Alter von 12 Monaten profitiert ein typischer Hund, der sich im Training für die Ausstellung befindet, von einem Wechsel zu einer nährstoffreicheren Nahrung. Für Welpen, die jedoch nicht auf Wettbewerbe vorbereitet werden, ist die Fütterung der Spezialnahrung für große Rassen für weitere sechs Monate vermutlich vorteilhafter.

SCHLUSSFOLGERUNG

Bei der Regulierung der Wachstumsrate von Welpen großer Rassen ist besonders auf die Ernährungsbedürfnisse jedes einzelnen Welpen zu achten. Die optimale Kalzium- und Kalorienzufuhr muss nicht nur während des Wachstums des Welpen, sondern auch während der intensiven Trainingsphase stets gewährleistet werden. Der Eiweißgehalt in der Nahrung sollte für das normale Muskelwachstum ausreichend sein. Der Zeitpunkt des Wechsels zu Hochleistungsnahrung für intensives Training sollte von Fall zu Fall beurteilt werden.

LITERATURNACHWEISE

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