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Pflege und Fütterung einer laktierenden Hündin

Archivdokument IAMS COMPANY

Iams ist seit 1999 eine eingetragene Marke von The Procter & Gamble Company. Dieses Dokument ist ein Archivdokument, das in der Vergangenheit vom Unternehmen Iams Pet Food bzw. für die Produkte von Iams Pet Food verwendet wurde. Sämtliche enthaltenen Angaben im Kontext der Zeit oder Geographie der ursprünglichen Verwendung sind zu ersetzen, da sich die Umstände und die Produkte mittlerweile geändert haben können. Die Produkte und deren zugehörige Informationen gelten ausschließlich für die USA. Ohne Zustimmung von P&G ist die überlassung oder weitere Nutzung dieser Unterlagen nicht gestattet.


PFLEGE UND FÜTTERUNG DER LAKTIERENDEN HÜNDIN

Martin Coffman, DVM
Research and Development Division
The Iams Company, Lewisburg, Ohio, USA
Presented February 10, 2001

EINFÜHRUNG

Seit Äonen hat sich Muttermilch als die beste Nahrung für Neugeborene bewährt. Studien mit verschiedenen Spezies haben die Mechanismen untersucht, die den konstant hohen Nährwert der Milch unabhängig vom Zustand der Mutter gewährleisten.1 Diese Studien belegen, dass eine laktierende Hündin selbst dann ausreichend nahrhafte Milch für ihre Welpen produziert, wenn sich ihr eigener körperlicher Zustand verschlechtert. Für gewissenhafte Hundezüchter stellt sich die Herausforderung, der Mutter genügend Nährstoffe zuzuführen, um nicht nur die Versorgung der Welpen sicherzustellen, sondern auch den körperlichen Zustand der Mutter aufrecht zu erhalten.

Für eine Hündin ist es normal, während der Laktation etwas an Körpergewicht zu verlieren, idealerweise sollte der Verlust jedoch nicht über 10 % ihres ursprünglichen Gewichts liegen.4 Dieses Ziel lässt sich weitaus einfacher erreichen, wenn der körperliche Zustand der Hündin bereits vor der Geburt gut war, was in der Regel darauf schließen lässt, dass ihr Zustand auch bei der Zeugung gut war.

Hervorragende Ernährung ist zwar wesentlich, jedoch nicht die einzige Maßnahme, die Züchter ergreifen können, um die Gesundheit der Hündin nach der Geburt ihrer Welpen zu garantieren. Eine saubere, trockene Umgebung spielt eine zentrale Rolle. Tägliche Bewegung und frische Luft machen die Laktation auch für die Hündin angenehmer. Durch die tägliche Untersuchung der Milchdrüsen können Entzündungen der Brust früh erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Selbstverständlich ist eine ausreichende Bereitstellung von sauberem Trinkwasser für die Gesundheit des Muttertiers von großer Bedeutung. Das von der Hündin aufgenommene Wasser ist auch für die Welpen wichtig, da der Wasserumsatz bei neugeborenen Welpen enorm hoch ist.5 Diese Funktion der Laktation wird von Züchtern häufig übersehen. Eine kontinuierliche Wasseraufnahme der Welpen ist für die Aufrechterhaltung des Blutvolumens erforderlich, und diese hydrierende Funktion der Milch ist ebenso wichtig wie ihre nährende.

MUTTERMILCH VERÄNDERT SICH IM LAUFE DER LAKTATION

Eines der faszinierendsten Merkmale der Laktation ist die Fähigkeit der Milch, sich im Laufe der Laktation zu verändern. Der Energiegehalt der Hundemilch erhöht sich beispielsweise konstant in den ersten 40 Tagen der Laktation und beginnt am 50. Tag wieder abzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt können Welpen auch selbst feste Nahrung zu sich zu nehmen.1 So wird eine frühe Rückbildung des Milchdrüsengewebes ermöglicht und die Hündin dabei unterstützt, ihre Milchproduktion einzustellen. Der Fettgehalt der Milch variiert während des Laktationszeitraums ebenfalls. Zu Beginn der Laktation beträgt der Fettgehalt etwa 2,4 %. In der Mitte des Laktationszeitraums erhöht sich der Fettgehalt auf etwa 5 % und sinkt dann kurz vor der Entwöhnung auf etwa 2,6 % ab. Der Kalziumgehalt ist während des gesamten Laktationszeitraums hoch, steigt jedoch vor der Entwöhnung nochmals an. Die Menge an Magnesium, Eisen und Zink nimmt im Laktationszeitraum ebenfalls unterschiedliche Werte an.

Es ist besonders auf eine sehr hohe Nahrungszufuhr für das Muttertier zu achten, um diese normalen Schwankungen der Nährstoffmengen zu ermöglichen und die optimale Ernährung der Welpen zu gewährleisten. Ein konkretes Beispiel ist das sogenannte "toxische Milchsyndrom", das bei Welpen im Alter von 3 bis 14 Tagen auftreten kann. Diese Störung kann durch eine Gebärmutterentzündung und/oder Gesäugeerkrankungen verursacht werden. In einigen Fälle erfolgt jedoch eine positiv eReaktion auf Zink-Supplementierung, was darauf schließen lässt, dass die Störung zumindest teilweise auf eine unzureichende Zinkzufuhr zurückgeführt werden kann.2 Dieses Beispiel macht die Notwendigkeit einer hohen Nährstoffversorgung deutlich, um die Bedürfnisse der Hündin während der Laktation zu erfüllen.

Wenn im kritischen Zeitraum, d. h., wenn der Darm zur Aufnahme von intakten Proteinen bereit ist, kein Kolostrum aufgenommen werden kann, wird das Immunsystem der neugeborenen Welpen stark beeinträchtigt.5 Dies kann entweder auftreten, wenn die Hündin kein Kolostrum produzieren kann, oder wenn die Welpen nicht richtig trinken können. Eine geeignete Gegenmaßnahme ist, Kolostrum manuell von einer anderen Hündin oder einer tiefgekühlten Quelle zu besorgen und es den Welpen per Magensonde zu verabreichen.5

Eine weitere Alternative (wenngleich weit weniger ideal) ist, Kolostrum von anderen Spezies (z. B. Rindern) zu verwenden. Die von Rindern bereitgestellten Antikörper können Welpen zwar möglicherweise nicht schützen, andere nicht spezifische Abwehrmechanismen können jedoch greifen (Lysozym, Lactoferrin und Oligosaccharide).5 Diese Nährstoffe schützen die Welpen vor Bakterien, indem sie den Erreger zerstören, oder bewahren den Darm der Welpen vor bakteriellen Giften.

MILCHAUFNAHME VON WELPEN

Die meisten Hundezüchter wissen nicht, wie viel Milch eine laktierende Hündin tatsächlich produziert. Beispielsweise trinken Beagle-Welpen täglich etwa 160 ml Milch. Bei einem durchschnittlichen Wurf muss die Beagle-Hündin also täglich etwa 1 l Milch produzieren!3 Größere Rassen müssen täglich sogar noch mehr Milch produzieren. Die Milchproduktion sinkt, sobald die Welpen mit der Zufuhr fester Nahrung beginnen, die Milch alleine kann jedoch das normale Welpenwachstum bis zum Alter von bis zu vier Wochen gewährleisten.1 Unabhängig davon ist für die hohen Mengen an gesunder Milch, die für die meisten Würfe erforderlich ist, eine sehr hohe Nährstoffzufuhr unabdingbar. Durch diese Tatsache und den Umstand, dass Welpen für ihre Ernährung und Hydrierung vollständig von der Milch der Mutter abhängig sind, gewinnt die Produktion großer Mengen an hochwertiger Milch noch eine größere Tragweite.

FÜTTERN DER HÜNDIN WÄHREND DER LAKTATION

Die Milchproduktion ist ein energieaufwendiger Prozess, und der Energiegehalt im Futter der Hündin ist für die Laktation von zentraler Bedeutung. Es wird empfohlen, die Menge an metabolisierbarer Energie (ME) in der Nahrung der Hündin kurz nach der Geburt auf 200 % der normal verbrauchten Menge zu erhöhen. Anders ausgedrückt muss die Hündin zweimal so viel Futter zu sich nehmen wie zum Zeitpunkt vor ihrer Zucht. Die ME-Zufuhr sollte am Höhepunkt der Laktation, also 3 bis 4 Wochen nach der Entbindung, auf 300 % des normalen Umsatzes erhöht werden.

Zahlreiche Hündinnen können in einer oder zwei Mahlzeiten pro Tag nicht ausreichend Kalorien zu sich nehmen, um sowohl die kontinuierliche Milchproduktion als auch die Aufrechterhaltung ihres körperlichen Zustands zu gewährleisten. Die Gesamtfuttermenge sollte in vier oder mehr Portionen pro Tag aufgeteilt werden, um der Hündin die ME-Gesamtmenge leichter verfügbar zu machen. Des Weiteren sollten Hundenahrungen mit Mindestwerten von 430 Kilokalorien ME/Tasse verwendet werden, um eine ausreichende Energiedichte und Kalorienzufuhr in kleinen Futterportionen zu gewährleisten.

Häufig ist die einfachste Methode, um diese hohe Kalorienmenge mit gleichzeitiger leichter Verdaulichkeit für die laktierende Hündin zu erreichen, eine Nahrung für Hochleistungshunde zu füttern. Speziell für hart arbeitende Hunde entwickelt, weisen diese Produkte einen sehr hohen Energiegehalt in einer dichten, sehr leicht verdaulichen Matrix auf. Die besten Produkte verwenden Fett als hauptsächliche Energiequelle. Da Fett über doppelt so viele Kalorien pro Gramm verfügt wie Kohlenhydrate, kann die säugende Hündin hohe Energiemengen mit nur wenigen Happen Futter zu sich nehmen. Diese "Hochleistungsprodukte" werden darüber hinaus nach einer ausgewogenen Rezeptur hergestellt, so dass alle erforderlichen Nährstoffe mit fortschreitender Veränderung der Milch im Laktationszeitraum stets bereitgestellt werden. Beachten Sie, dass sich Produkte am besten anhand dieser "Kalorienprozent"-Methode vergleichen lassen. Hunde fressen, um Kalorien zu sich zu nehmen. Die genaueste Messung wird also über einen Prozentsatz der Kalorien in einer Nahrung bereitgestellt.

Wenn einer säugenden Hündin ein leicht verdauliches Hochleistungsprodukt gefüttert wird, sind keine weiteren Zusätze erforderlich. Insgesamt ist dies die einfachste und kostengünstigste Methode der Fütterung einer säugenden Hündin, die optimalen Nährwert für die Mutter liefert.

Tabelle 1: Eigenschaften einer Hochleistungsnahrung für die laktierende Hündin

LITERATURNACHWEISE

1.Lonnerdal B. Lactation and neonatal nutrition in the dog and cat, in Proceedings. Canine Reproductive Health, North American Veterinary Conference, 1997; 13-15.
2.Moser JE. The puppy from birth to six weeks. Vet Clin North Am Small Anim Pract 1978; 8:79-100.
3.Oftedal O. Lactation in the dog: Milk composition and intake by puppies. J Nutr 1984; 114:803-812.
4.Moser D. Feeding to optimize canine reproductive efficiency. Probl Vet Med 1992; 4:454-550.
5.Lepine AJ. Nutritional considerations affecting canine reproduction, in Proceedings. Canine Reproductive Health, North American Veterinary Conference, 1997; 23-27.